Als Jugendprojekt TRANS* – JA UND?! wollen wir Akteur_innen und Einrichtungen der Mädchen_arbeit1 ermutigen und unterstützen, ihre Angebote für trans*, inter* und genderqueere Jugendliche zu öffnen und dafür Gelegenheiten für Vernetzung und fachlichen Austausch schaffen

Im Zuge dessen finden auch 2022 regelmäßige, bundesweite Online-Austauschtreffen des Arbeitskreis Trans*inklusive Mädchen_arbeit statt.

Eingeladen sind alle haupt- und ehrenamtlichen Fachkräfte aus Mädchen_einrichtungen und Mädchen_projekten, die ihre Angebote trans*sensibel gestalten und damit für trans* Jugendliche öffnen wollen oder die bereits einen Öffnungsprozess angestoßen haben und sich dazu austauschen wollen.

Die Austauschtreffen finden online über Zoom statt. Ab 9:45 öffnen wir den Zoom-Raum als virtuelles Foyer. Eine Anmeldung ist jeweils erforderlich.

Rückblick TREFFEN #1

Freitag, 18.02.22 von 10-14 Uhr

Thema: 
Erfahrungen mit Öffnungsprozessen in Mädchen_einrichtungen – Herausforderungen, Hürden und Gelingensfaktoren

Mit dem Fokus des ersten Treffens wollen wir Fragen und Erfahrungen mit Öffnungsprozessen zusammentragen und Raum für Austausch – auch in Kleingruppen – zu verschiedensten „Stationen“ solcher Prozesse bieten:

Wie kann ich einen Öffnungsprozess in meiner Einrichtung anstoßen?

Was braucht es für Vorbedingungen, damit solch ein Prozess überhaupt gelingen kann?

Welche Schritte und Phasen haben sich bereits als wichtig erwiesen in Einrichtungen, die sich auf den Weg gemacht haben?
Rückblick TREFFEN #2

Donnerstag, 28.04.22 von 10-14 Uhr
(Zu diesem Treffen sind alle Fachkräfte der Mädchen*arbeit eingeladen, die sich selbst im weiteren Sinne als trans*, inter* oder nicht-binär identifizieren, egal ob dies anderen Akteur_innen in eurer Einrichtung bekannt ist oder nicht. Das nächste Treffen wird wieder für alle am Thema Trans*inklusive Mädchen*arbeit interessierten Fachkräfte offen sein.)

Thema:
Austausch & Empowerment für trans*, inter* und nicht-binäre
Fachkräfte in der Mädchen_arbeit

Obwohl das Thema Geschlechtervielfalt in weiten Teilen der
Mädchen*arbeit mittlerweile angekommen ist, machen wir als trans*, inter* und nichtbinäre Fachkräfte häufig noch die Erfahrung, uns für unsere Identität rechtfertigen und für ihre Anerkennung kämpfen zu müssen.

Wir wollen uns über diese Erfahrungen austauschen, uns gegenseitig bestärken und gemeinsame Strategien entwickeln, die helfen, uns in unseren Arbeitsalltagen weniger alleine zu fühlen.
Rückblick TREFFEN #3

Mittwoch, 28.09.2022 von 10-14 Uhr

Thema:
Lebensrealitäten, Bedarfe und Versorgungssituation von jungen trans*, nicht-binären und inter* Menschen – Hinweise aus Forschung, Aktivismus und von jungen Trans*, Enbys und Inter* selbst

Bei diesem Treffen stehen Fragen nach den Bedarfe von jungen trans*, nicht-binären und inter* Jugendlichen im Mittelpunkt. Was gibt es an deutschsprachiger Forschung zu diesem Thema? Was äußern junge trans*, nicht-binäre und inter* Jugendliche selbst? Welche Erfahrungen gibt es aus der queeren Jugendarbeit und trans*inklusiven Jugendprojekten?

Nach einem Input durch das begleitende Moderationsteam des Arbeitskreises Yan Zirke und Béla Krell gibt es Raum für Austausch und Diskussion. Gemeinsam wollen wir erarbeiten, welche pädagogischen An- und Herausforderungen sich daraus für Einrichtungen, Angebote und Fachkräfte der Mädchen_arbeit ableiten lassen. Teilnehmende können Ihre Fragen und Erfahrungen einbringen.
TREFFEN #4

Donnerstag, 10.11.2022 10-14 Uhr

Thema:
Trans*inklusive Öffnungsprozesse intersektional gestalten – und zwar von Anfang an! Von der Expertise und den Erfahrungen der rassiskmuskritischen Mädchen_arbeit lernen

Im Arbeitskreis trans*inklusive Mädchen_arbeit beschäftigen wir uns mit der strukturellen Weiterentwicklung der Mädchen_arbeit im Kontext geschlechtlicher Vielfalt. Im Zentrum des Austauschs stehen Fragen rund um die Öffnung von Einrichtungen und Angeboten für trans*, inter* und genderqueere Jugendliche und von Teams und Trägern für nicht cis weiblich positionierte Fachkräfte. Dabei arbeiten sowohl die beiden Begleitenden des AKs Yan Zirke und Béla Krell als auch die Mehrheit der Teilnehmer*innen aus eigener weißer Perspektive. 

Mit dem 4. Treffen in diesem Jahr richten wir deshalb gemeinsam den Blick auf das Verhältnis von Rassismuskritik und der Beschäftigung mit geschlechtlicher Vielfalt in der je eigenen Arbeit.

Sanata Nacro und Ingrid Reyes-Päcke von der LAGM*A NRW geben im ersten Teil des Treffens einen Input zu Aspekten intersektionaler Mädchen*arbeit. Dabei wird der Schwerpunkt auf einigen wichtigen Prozessschritten in der eigenen Praxis- und Strukturentwicklung liegen. Im Anschluss gibt es Raum für Fragen und Austausch.

Im zweiten Teils des Treffens wird der Fokus auf einer (ersten) Reflexion aus weißer Perspektive liegen: Wir fragen nach möglichen verinnerlichten Bildern und Normativitäten im Kontext von Geschlecht und Rassismus und relevanten Aspekten für den Einstieg in eine rassismuskritische Reflexion und Auseinandersetzung der Arbeit in den eigenen Strukturen.

- Welche Rolle spielt (mein) Weißsein in der Auseinandersetzung mit geschlechtlicher Vielfalt?

- Wie eindimensional oder intersektional in Bezug auf Rassismus denke ich und denken wir Geschlecht und geschlechtliche Vielfalt?

- Welche Ein- und Ausschlüsse sowie Normativitäten und Dominanzen gibt es möglicherweise in unserem eigenen Entwicklungsprozess? 

- Welchen Platz haben Positionen und Perspektiven von Menschen of Color in meiner eigenen Auseinandersetzung mit geschlechtlicher Vielfalt und unserem Entwicklungsprozess im Team/der Organisation/dem Arbeitskreis?

Eingeladen sind alle haupt- und ehrenamtlichen Fachkräfte aus Mädchen_einrichtungen und Mädchen_projekten sowie angrenzenden Feldern, die ihre Angebote trans*sensibel gestalten und damit für trans* Jugendliche öffnen wollen oder die bereits einen Öffnungsprozess angestoßen haben und sich dazu austauschen wollen.

Schwerpunkt des Treffens ist die Reflexion weißer Positionen. 
Das Treffen wird von Kat Feyrer begleitet.

Kat Feyrer (kein Pronomen) arbeitet aus weißer, nicht-jüdischer und abinärer, endogeschlechtlicher Perspektive und begleitet Menschen,Teams und Organisationen bei individueller und kollektiver (Selbst-)Reflexion und Entwicklung. Zusammen mit Mo Zündorf und der LAKO Trans* NRW hat Kat Feyrer Ende 2021 die Broschüre „work in progress – Mädchen- und Frauenräume tranks*inklusiv (weiter-)entwickeln“ initiiert und herausgegeben.

> Anmeldung <
Ausblick 2023 - Wie geht es weiter?

Das nächste Treffen des Arbeitskreises wird im 1. Quartal 2023 stattfinden. Hierzu eingeladen sind im Sinne eines ‚safer spaces' ausschließlich rassismuserfahrene/Bi_PoC Fachkräfte aus der Mädchen_arbeit und angrenzenden Arbeitsfeldern, die sich mit Öffnungsprozessen zu geschlechtlicher Vielfalt beschäftigen.

Für die Moderation dieses Treffens werden rassismuserfahrene Prozessbegleiter*innen mit Expertise in der Begleitung von intersektionalen Empowermentprozessen angfragt.

Mehr zum Hintergrund:

Wer ist willkommen, wenn in der Jugendarbeit Angebote für Mädchen_ gemacht werden und warum? Für welche Mädchen_ bieten Mädchen_einrichtungen einen Schutzraum und welche Perspektiven werden im Alltag der Mädchen_arbeit mitgedacht? Welchen Platz haben trans*, inter* und generqueere Jugendliche in der Mädchen_arbeit und was ist nötig, damit Mädchen_einrichtungen für sie einen sicheren Ort bieten können?

Möchten sich Mädchen_einrichtungen für trans*, inter* und genderqueere Jugendliche öffnen, begeben sie sich oft in ein Spannungsfeld. Wenn bisherige Selbstverständlichkeiten infrage gestellt werden, beginnen Veränderungs- und Aushandlungsprozesse, in die alle Besucher_innen, Mitarbeiter_innen und andere Akteur_innen wie Eltern oder Nachbar_innen eingebunden werden müssen. Dies kann Herausforderungen mit sich bringen und erfordert Ressourcen, die im Arbeitsalltag oft knapp sind und die viele Einrichtungen und Mitarbeiter_innen nicht selbstständig aufbringen können. Es braucht Fachwissen, Raum für Reflexion und Handlungskompetenz, um einen Öffnungsprozess zu starten und zu begleiten und hier möchten wir mit unserem Vernetzungsangebot für alle am Thema Trans*inklusive Mädchen_arbeit Interessierten ansetzen.

1 Mit dem Unterstrich hinter dem Begriff „Mädchen“ greifen wir eine Schreibweise auf, die viele Mädchen_einrichtungen und -projekte inzwischen verwenden, um deutlich zu machen, dass sich ihre Angebote nicht ausschließlich an Cis-Mädchen (also Mädchen, denen bei der Geburt ein weibliches Geschlecht zugewiesen wurde und die sich auch als weiblich identifizieren) richten. Damit wird anerkannt, dass geschlechtliche Identitäten und Selbstbezeichnungen vielfältig sein können und dass auch trans*, inter* oder nicht-binäre Besucher_innen und Teilnehmer_innen willkommen sind.